- Ein offener Brief an Kameraden -
"Paveant ili - ego non pavebo - Mögen jene beben - ich werde nicht beben"
Was treibt einen 26jährigen jungen Mann und Offizier dazu, den Stift zu nehmen und seitenweise Wörter zu produzieren? Welche Erben hinterlassen wir welcher Welt? Was erbten wir selbst von unseren Vätern und Großvätern?
Es wird eine Zeit des Vergessens geben, vielleicht eine Zeit des Sich-Erinnerns und die Rechnung, welche sich meine Generation in einigen Jahren machen lassen muss, wird die eines Schuldners sein. Zuviel haben wir vergeudet, verschwendet, wir haben uns zu Dienern des Mammons gemacht, dürstend nach Macht und Zuneigung. Nietzsche bezeichnete es einmal als die "Streifzüge eines Unzeitgemäßen". Er machte vor über 100 Jahren bereits unser Testament. Wir sind die Vollstrecker ebendieses. Sich mit derlei Schrift zu befassen, wie sie auf den hier folgenden Seiten empfohlen wird, im Zeitalter galoppierender Entwicklungen in der Bio-Genetik und Raumforschung mag rückschrittlich erscheinen, doch biegen wir nicht den Zeiger der Zeit um Jahre zurück und besinnen uns auf die Erwartungen und Befürchtungen der großen Geister der Geschichte, Literatur, Physik und Astronomie? Bei allem degressivem Denken: die Atombombe ist erfunden und funktioniert, wie es die Forscher erwarteten und die Politiker wollten; das Genom ist fast entschlüsselt und soll dem Menschen nach "Gusto" gehorchen; in absehbarer Zeit werden wir den Zauberstab des Lebens selbst schwenken und "Prometheus" wird uns kein Feuer mehr bringen müssen.
Der Anfang und das Ende allen menschlichen Lebens wird in unseren Händen liegen. Doch gerade jetzt ist es doch Zeit für den Menschen, sich selbst zu überwinden, die "ultima ratio" allen Lebens und Sterbens bei Seite zu legen, sich nicht nur das eigene Leben zu verlängern, das Anderer zu verkürzen.
Die Ehrfurcht vor der Schöpfung - woher und von wem auch immer - ist längs verloren. Glückliche Menschen gibt es nicht mehr. Glück wird auf ein langes Leben ohne Leiden projiziert, noch mehr Geld, noch mehr Land, noch mehr Macht. Bescheidenheit, die Suche nach Gleichgesinnten ist ein Kreuzzug der Wenigen, der geringsten Minderheit dieser Erde.
Die folgenden Seiten sollen ebendiesen Kreuzrittern, Freigeistern und Suchenden des Glückes ein Gedanke an einen Funken sein, erhebt euch über euch selbst, gebt den Tugenden in euch die Freiheit zurück, befreit euren Willen vom Mammon und erinnert euch der Taten der Geisteskrieger, die zu Felde zogen, gegen Unbill, Ungerechtigkeit und die Rückständigkeit des Menschen an sich. Denn trotz des Fortschrittes ist der Mensch das rückständigste Wesen der Erde, seine Gedanken kreisen um die Selbstauslöschung, die Mittel dazu erfindet er sich, Ursache und Anlass wird er sich selbst geben. Kein Tier kann die eigene Vernichtung wollen, mit der Vernunft kam die Unvernunft, mit dem Willen der Willen zur Macht. Denn bedenkt : was mit einem Gedanken an einen Funken begann, wird mit Feuer enden!
Unsere Funken in eure Hände, ihr Freigeister und Kreuzritter, auf das ihr das längst verloschene Feuer entzündet und von Rückschritt und Bedrohung nur Asche und Erinnerung lässt! Euer Ziel sei das Glück aller Menschen und euer Weg eine Lebensprüfung, hart und steinig, wie es große Geister haben müssen!
Leutnant Thomas Hartung im November 2002 (seit 2004 Nachname "Lang"),












